Welche Accessoires gehören zur chinesischen Teezeremonie Gōng Fū Chá?

1. Teekanne oder Deckeltasse ?

Für die Teezeremonie benötigen wir zunächst ein ebenso praktisches wie ansprechendes Gerät zum Aufgießen der Teeblätter. Dabei gibt es zahlreiche Alternativen, doch spielen die berühmten Tonteekannen aus Yixing und Porzellan-Gaiwans aus Jingdezhen eine herausragende Rolle: i. Die Besonderheiten der äußerst beliebten Zisha- (紫砂) oder Yixing-Teekannen (yi xing cha hu, 宜兴插花) sind ihre Materialbeschaffenheit und ihre meist schlichten, äußerst ästhetischen Formen. Der poröse Ton (zisha, Purpursand) absorbiert einerseits den Geschmack des Tees, andererseits kann durch den Ton Luft in die Kanne gelangen, wodurch sich das Aroma des Tees noch besser entfaltet. Wird in ihr stets derselbe Tee zubereitet, dann wird die Kanne zunehmend besser und kostbarer und der Teegenuss zu einem besonderen Erlebnis. Übrigens, je kleiner die Kanne, desto besser kann die Qualität des Tees beeinflusst und auch kontrolliert werden. In kleinen Zirkeln (bis vier oder fünf Personen) empfiehlt sich eine Kanne zwischen 150 ml und 250 ml. ii. Ein sogenannter Gaiwan (gai wan 盖碗, wörtlich Deckelschale, seltener auch cha zhong oder ju zhong) – meistens aus Porzellan, vereinzelt auch aus Ton, Glas oder gar aus Eisen – ist die passende und nahezu gleichwertige Alternative zur Yxing-Teekanne. Besonders schön sind die blau-weißen Deckelschalen aus Jingdezhen (qing hua) mit klassischen Motiven und Symbolen oder das weiße Porzellan aus Dehua. Der Gaiwan entstand aus der einfachen Teeschale (cha wan 茶碗), wie sie bereits im 8. Jahrhundert bei Lu Yu beschrieben wurde. Es handelt sich dabei um eine henkellose Schale (wan) mit Deckel (gai) und meistens auch mit einer Untertasse (cha bei dian). Der Gaiwan mit einem Volumen von ca. 150 bis 200 ml wird sowohl zur Teezubereitung bei der Teezeremonie als auch zum Teetrinken selber benutzt. Der Deckel wird dabei häufig von dem geübten Teeliebhaber als Ersatz für ein Teesieb oder zum Umrühren benutzt, während der Unterteller durchaus unterschiedliche Funktionen erfüllt. 2. Ausschank- oder Servierkanne ? Der aufgegossene Tee wird mithilfe eines Teesiebs in eine Servier- oder Ausschankkanne (gong dao bei 公道杯 oder auch cha hai) umgeschüttet. Diese Kanne kann sowohl aus Ton, Steingut oder Porzellan sein, meistens wird jedoch eine gläserne Servierkanne bevorzugt, da man so die Farbe und Reinheit des Aufgusses bestens begutachten kann. Mit ihr lässt sich nicht nur der Tee unkompliziert und sauber in die kleinen Teeschalen eingießen, so wird der Tee auch bestens durchmischt (Temperatur, Stärke, Aroma) und die Freunde oder Gäste erhalten eine möglichst gleiche Teequalität kredenzt.

3. Teetassen oder Teeschalen ? In der chinesischen Teekultur werden henkellose Teeschalen (cha wan oder cha wen, 茶碗) bevorzugt. Die Teeschalen sind in der Regel sehr klein und reichen gerade für drei, vier Schlucke Tee. Die meist dünnwandigen Schalen sind aus Yixing-Ton, Steingut oder Glas, besser eignen sich jedoch Porzellanteeschalen aus Jingdezhen. Der Tee wird möglichst heiß und in kleinen Schlucken getrunken oder geschlürft. Zu den Teeschalen gehören Untersetzer aus Porzellan, Ton, Holz, Bambus oder Stoff (bei dian). Um den Duft des Tees zu würdigen, werden häufig sogenannte Aroma- oder Dufttassen (auch Riechbecher, pin ming bei oder wen xiang bei, 闻香杯) benutzt, die mit Tee gefüllt umgedreht in der Teeschale präsentiert werden. 4. Teetisch oder Teeschiff ? Nicht zwingend erforderlich aber dennoch ein wunderschönes Requisit für eine chinesische Teezeremonie ist ein Teetisch (cha pan), ein Teeboot oder ein Teebrett, letztere sind die kleineren Teetischvarianten (cha chuan, 查拳). Egal ob Teetisch oder Teeboot, in der Regel haben sie eine entsprechende Abflussmöglichkeit für das überschüssige Teewasser und einen passenden Abflussbehälter (fei cha tong) aus Bambus, Edelstahl oder Kunststoff, der über einen Schlauch mit dem Teetisch oder dem Teeboot verbunden ist. Der oft kunstvoll verzierte Teetisch oder ein Teeboot besteht aus Holz, Stein, Marmor oder aus gemischten Materialien. Alternativ können anfangs natürlich auch eine Teekannenschale (hu cheng) oder ein kleines Tablett mit einem Teetuch (cha dian bu oder cha jin) und dazu eine Wasserschüssel (shui yu) benutzt werden. 5. Elektrischer Wasserkocher oder Eiserner Wasserkessel ? Für das Kochen des Wassers gibt es zahlreiche Alternativen. Besonders beliebt und am häufigsten anzutreffen sind zwar elektrische Wasserkocher, doch traditionsbewusste Teeliebhaber greifen immer häufiger wieder auf eiserne Kessel zurück, auch wegen der ionisierenden Wirkung, wie sie gerne behaupten. Wir möchten dazu keine Empfehlung abgeben, doch sind Eisenkannen sehr schöne Objekte und eine Augenweide in jedem Teezimmer. Dazu benutzen sie entweder ein elektrisches Induktionskochfeld, oder das Wasser wird traditionell auf Holzkohle bereitet. Das Wasser selber wird in einem speziellen Behälter – etwa aus Steingut – aufbewahrt und mit einer elektrischen Pumpe in den Wasserkessel befördert oder mit einer Bambuskelle geschöpft. 6. Welche Teewerkzeuge benötige ich? Ferner werden einige Teewerkzeuge (cha dao ju oder cha dao ju zu) benötigt, die in der Regel in einem entsprechenden vasenförmigen Behälter (cha tong) aufbewahrt werden: Teelöffel oder Spaten (cha chi, 茶匙, auch cha ze oder cha shao), Teemesslöffel, Trichter (cha lou), Teezange  oder Teepinzette (cha jia), Teenadel und schließlich ein Teemesser (pu’erh dao), um den Tee aus dem Teekuchen zu lösen. 7. Was ist sonst nützlich oder schön? Ferner gehört zu einer fachgerechten Durchführung einer chinesischen Teezeremonie, besonders wenn eine Yixing-Tonkanne benutzt wird, ein sogenannter Teekannenpinsel (yang hu bi). Dazu kommen ein Teesieb (lu wang) und der dazugehörige Halter (lu wang chia) sowie passende Teetücher (cha dian bu oder cha jin). Ein Serviertablett (feng cha pan) wird eher seltener benutzt, dafür findet man auf jedem Teetisch die im Englischen als tea pets bezeichnete Figuren und Utensilien (cha wen) wie kleine Drachen, Buddhas, andere Gottheiten, Frösche, Schweine, Hunde und vieles mehr aus Ton oder Porzellan. Bei vielen Liebhabern dürfen selbstverständlich auch die Räucherstäbchen nicht fehlen. Gegebenenfalls können Sie auch eine kleine elektronische Teewaage, ein Teethermometer und eine Stoppuhr benutzen. In China finden Sie bei Teeliebhabern meistens auch einen kochtopfähnlichen elektrischen Wasserkocher, in dem die Teeschalen, Riechbecher und Teeutensilien gereinigt und gewärmt werden. 8. Aufbewahrung und Präsentation des Tees Nach den einleitenden Ausführungen kann es sicherlich nicht weiter verwundern, dass für das Gōng Chá mit Freunden oder Gästen nur feinste und erlesenste Tees (chá ) ausgewählt werden. Diese zum Teil sehr teuren Teesorten müssen natürlich in einem angemessenen Teebehälter (cha ye guan) und einer entsprechenden Umgebung und bei entsprechender Temperatur aufbewahrt werden. Beliebt sind Teedosen aus Ton (besonders für die stärker fermentierten Oolong-Sorten wie die Yan Chas oder für postfermentierte Pu’erhs), aus Porzellan oder besondere Vakuumbehälter aus Aluminium. Nicht- oder nur leicht fermentierte Tees sollten übrigens unbedingt trocken in einem Kühl- oder Gefrierfach aufbewahrt werden, wobei besonders darauf zu achten ist, das sie nicht zusammen mit anderen Lebensmitteln aufbewahrt werden, da Tee sehr stark den Umgebungsgeruch aufnimmt. Um die erlesenen Tees den Gästen und Freunden zu präsentieren werden spezielle Präsentierteller (cha he) zumeist aus weißem Porzellan benutzt. Die trichterförmige Vorderseite erleichtert zudem ein sauberes Einfüllen des Tees in die meist sehr kleinen Teekannen oder Gaiwans.

Tee zarte Knospen duftende Blätter Gefährte der Poeten Heißgeliebter der Einsiedler Geschirr aus milchweißer Jade Serviette aus rotem Sarsenett tief bernsteinfarbenes Gebräu Befreiung von pedantischem Formalismus vertreibt den berauschenden Dunst des Weines des Abends passt er gut zu schimmerndem Mondschein, in der Morgendämmerung zum karmesinroten Wolkenhimmel überbrückt die Kluft zwischen uns und den Generationen von einst

Gedicht von Yuan Zhen (779 – 831), Dichter in der Tang-Dynastie (618-906)