Camellia sinensis – Ein botanischer Exkurs

Die Namensgebung des Tees war nicht immer einheitlich und wurde verschiedentlich geändert. Karl Linné, ein schwedischer Naturforscher, bezeichnete die Pflanze 1753 zunächst als Thea sinensis. Später benannte er jedoch die zwei Varietäten als Thea bohea und Thea viridis. 1887 ordnete sie der deutsche Botaniker Carl Otto Kuntze in die Gattung der Camelliae ein.

Seither wird die immer grüne Teepflanze nach internationaler Übereinkunft und Eintragung in den Index Kewensis, einem umfassenden Pflanzenverzeichnis der Royal Botanic Gardens in Kew,  wissenschaftlich bzw. botanisch korrekt als Camellia sinensis bezeichnet. Sie gehört zur Familie der Camelliae; ihre beiden Unterarten werden als Camellia sinensis var. sinensis (Chinatee) oder var. assamica (Assamtee) bezeichnet. Daneben wurden noch die großblättrige in Yunnan beschriebene var. dehungensis. sowie die im Südosten Chinas verbreitete var. pubilimba beschrieben.

Heute werden zumeist Teesorten angebaut, die aus Kreuzungen (Hybriden) der Varietäten sinensis und assamica hervorgegangen sind und die die reinen Sorten immer weiter zurückdrängen. Dabei treibt die erst 1830 entdeckte assamica größere Blätter, die auch entsprechend höhere Erträge liefern.

Lässt man die Camellia sinensis var. assamica ohne einzugreifen wachsen, entwickelt sie sich zu einem kegelförmigen Baum, der bis zu 15 m hoch wachsen kann. Sie ist gegen niedrige Temperaturen anfällig und auf ergiebigen Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit der Subtropen angewiesen.

Der wild wachsende China-Tee (Camellia sinensis var. sinensis) hingegen verzweigt sich zu einem etwa drei bis vier Meter hohen Strauch, der auch in magerer Erde gedeiht und leichten Frost und etwas längere Trockenperioden übersteht. Der sinensis wächst langsam, blüht aber schon im zweiten Jahr recht üppig. Nach drei bis fünf Jahre kann erstmals Tee geerntet werden.

Die grünen, kurzstieligen und elliptischen Blätter des Teestrauches werden von Hand gepflückt. Die zwei jüngsten oberen Triebe sowie die Blattknospe ergeben besonders hochwertige Tees ergeben. Ob aus diesen Blättern Grüner, Weißer oder Schwarzer Tee, Oolong oder Pu-Erh hergestellt wird, hängt nur von der Art der Verarbeitung ab.